12 Monate durch Australien, Indonesien und Neuseeland

7. Juni 2019 von Foto von André Heemsoth André Heemsoth  ◦  579 Mal angeschaut  ◦  5 Minuten Lesezeit
Queenstown (Ben Lomond Track)

Hey Leute! Mein Name ist André und ich arbeite momentan als Praktikant bei Grenzenlosarbeiten. Ich habe vor ein paar Jahren meine Begeisterung für das Leben und Arbeiten im Ausland entdeckt. Möchtest du wissen warum? Dann lies einfach weiter!

Mein Name ist André und ich bin 21 Jahre alt. Vor ca. drei Jahren begann ich mein International Business und Management Studium in Leeuwarden (Niederlande). Da ich mir bereits in der Endphase meines Abiturs darüber im Klaren war, dass ich in der Zukunft im Ausland (auf Englisch) studieren werde, entschloss ich mich dazu ein „Gap-Year“ – in Form eines Travel & Work Aufenthaltes – in Australien zu machen, um meine Englisch-Kenntnisse auf Vordermann zu bringen und wertvolle Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln. 

Vorbereitung

 

Zusammen mit einem meiner besten Freunde beantragte ich, ein halbes Jahr vor dem Abflug nach Australien, das Travel & Work Visum. Der generelle „Bewerbungsprozess“ war kinderleicht und verlief absolut problemlos, sodass wir innerhalb kürzester Zeit kostengünstige Flüge (Hamburg – Sydney) und die Unterkunft für die ersten zwei Wochen in Sydney buchen konnten. Rückblickend muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich auf den Trip nach Australien, abgesehen von einigen organisatorischen Dingen (z.B. Auslandsversicherung, Impfungen, Bankkonto im Ausland, Steuernummer in Australien beantragen, etc.), nicht wirklich vorbereitet habe. Nach einiger Zeit war es dann soweit… der Kater meiner Abschiedsfeier war überwunden und ich befand mich auf dem Weg zum Hamburger Flughafen. 

Singapur

 

Die erste Etappe unseres Abenteuers im Ausland war Singapur. Wir hatten bewusst einen einwöchigen Stopp-Over in Singapur eingeplant, um uns den südlich von Malaysia gelegenen Inselstaat anzuschauen. Trotz des gravierenden Zeitunterschiedes, im Vergleich zu Deutschland, hatten wir keinerlei Probleme mit dem Jetlag und konnten die erste Woche in Singapur voll ausschöpfen. Das Marina Bay Sands (Luxus-Hotel mit Sky-Park im 78. Stock), die künstliche Vergnügungsinsel Sentosa sowie die botanischen Gardens by the Bay standen, wie bei so ziemlich jedem Singapur-Touri, auf dem Programm. Die erste Woche war im Handumdrehen vorbei und so befanden wir uns im Flieger nach Sydney.

Singapur - Chinatown
Singapur - Chinatown

Sydney – Melbourne

 

Die zweite Etappe unseres Gap-Years in Australien begann mit der Erkenntnis, dass Sydney eine unglaublich vielseitige (z.B. Strände, Meer, Berge, Großstadt, etc.) und zugleich extrem teure Stadt ist. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir ursprünglich geplant einen Van zu kaufen und die Ost-Küste (entlang der Gold-Coast gen Cairns) zu bereisen. Da wir allerdings bereits nach zwei Wochen einen signifikanten Teil unseres Startbudgets für Partys, Unterkünfte, Verpflegung und Trips ausgegeben hatten, entschlossen wir uns dazu auf die Suche nach Arbeit in Australien zu machen. Befreundete Backpacker empfahlen uns ein Profil bei Gumtree (gumtree.com.au) zu erstellen und eine private Job-Annonce zu schalten. Zu unserer Überraschung erhielten wir innerhalb weniger Stunden ein Job-Angebot für die kommenden drei Tage. Die folgenden drei Tage waren gezeichnet von Garten-Arbeit im prallen Sonnenschein bei gefühlten 45 °C und brachten uns unsere ersten wohlverdienten OZ-Dollars ein, mit denen wir die Unterkunft für die nächsten zwei Wochen bezahlen konnten.

In der darauffolgenden Woche kontaktierte uns der Inhaber einer Construction-Firma und bot uns einen (glücklicherweise) überbezahlten und langfristigen Job in Sydney an. Es sollte sich als unser einziger „richtiger“ Arbeitgeber in Australien herausstellen. Nach vier überragenden Monaten in Sydney war es Zeit für den ersten Trip. Wir flogen zusammen mit einem weiteren Kumpel nach Melbourne um uns die Finals der Australien Open (Grand Slam Tennis Turnier) anzuschauen. Darüber hinaus erkundeten wir Melbourne und einen Teil der weltberühmten Great Ocean Road. Der „Vibe“ Melbournes war, nicht nur aufgrund des viel schlechteren Wetters (gefühlt alle 4 Jahreszeiten an einem Tag), komplett unterschiedlich im Vergleich zu Sydney. Die von Kunst und Kultur geprägte Millionen-Metropole (knapp 4,5 Millionen Einwohner) strahlt ein charmevolles Kleinstadt-Flair aus und ist überzogen von kleinen, meist alternativen Bars und Restaurants. Die berühmte Hosier-Lane beeindruckt mit unglaublicher Graffiti-Kunst und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Nach rund zweieinhalb Wochen in Melbourne war es Zeit für unseren Trip nach Bali.

Sydney Opera House
Sydney Opera House

Bali – Gili Islands

 

Die indonesische Insel Bali, bekannt für ihren unzähligen Vulkane, religiösen Tempel, Korallenriffe und allgegenwärtigen Reis-Terrassen (z.B. in Tegalalang), stand als nächstes Reise-Ziel auf dem Programm. Vom internationalen Flughafen (und der Hauptstadt) Denpasar ging es in das Touristen-Paradies Kuta. Ich hatte mir persönlich weitaus mehr von Kuta erhofft und war sehr enttäuscht als ich realisierte, dass ich praktisch auf dem balinesischen Ballermann gelandet war. Nichtsdestotrotz machten wir das Beste aus den kommenden Tagen und erkundeten die umliegenden Tempel, Kulturstätten sowie Bars/Restaurants. Die schwache Währung Balis ermöglichte es uns kostengünstig in (für Backpackern unüblichen) 4/5-Sterne Hotels zu übernachten. Nach einer guten Woche zogen wir weiter in Richtung Ubud – dem balinesischen Zentrum für Reisanbau und Handwerk. In den darauffolgenden Tagen mieteten wir uns Scooter und erkundeten die umliegenden Temple-Städte, die Reisterrassen Tegalalangs, den Uluwatu Schrein und ließen es uns am Strand gut gehen. Nach wiederrum einer Woche setzten wir unsere Reise auf den Gili Islands fort. Die Gili-Islands sind eine kleine Inselgruppe vor der indonesischen Insel Lombok und gelten als absolutes Urlauber-Paradies. Wir verbrachten die meiste Zeit mit Schnorcheln und Tauchen und entspannten uns von den anstrengenden vorherigen Wochen. Nach einigen Tagen ging es zurück nach Cairns und von da aus entlang der Ostküste zurück nach Sydney. 

Uluwatu Temple & Beach
Uluwatu Temple & Beach

East Coast (Cairns – Sydney) 

 

Wir verbrachten unseren sechs-wöchigen Ostküsten-Trip (knapp 2.800 km) in einem gemieteten Van und übernachteten überwiegend auf öffentlichen (kostenlosen) Park-Flächen, Camping-Flächen und Stränden. Die sechs Wochen „on the Road“ waren sehr ereignisreich (Auffahr-Unfall und geplatzter Reifen inklusive). Wir erkundeten die verschiedenen Städte entlang unserer Reise-Route (z.B. Brisbane, Surfers Paradise, Townsville, Bundaberg, etc.), wanderten durch unterschiedliche Nationalparks, schnorchelten und tauchten am Great Barrier Reef und waren nahezu jeden zweiten Abend feiern. Nachdem wir den Van der Autovermietung in Sydney übergeben hatten fingen wir umgehend an wieder bei der Firma zu arbeiten um unsere Reisekasse schnellstmöglich wieder zu füllen. Nach weiteren fünf Wochen stand meine Reise nach Neu Seeland auf dem Plan. Mein mitgereister Freund hatte zu diesem Zeitpunkt die Rückreise bereits angetreten. Daher war ich fortan alleine unterwegs. 

Süd-Insel Neu-Seeland

 

Mein Neu-Seeland Abenteuer begann in dem durch wiederholte Erdbeben größtenteils zerstörten Christchurch. Ich hatte (bereits in Sydney) ein Hop-on/Hop-Off Busticket für den Kiwi-Express gebucht (rund 500€), dass es mir in den kommenden vier Wochen ermöglichen sollte problemlos von A nach B zu reisen. Glücklicherweise lernte ich am Anfang meines Aufenthaltes in Christchurch eine Gruppe von Engländern kennen, mit denen ich die nachfolgenden Wochen zusammen verbrachte. Entlang der Küste ging es nach Kaikoura (z.B. Tauchen/Schnorcheln mit Delphinen), Picton, Kaiteriteri, in den Nationalpark Abel Tasman (z.B. Rafting, Wandern, Klettern, etc.) sowie den Franz Josef Glacier. Das „Herzstück“ meiner Reise war definitiv der fünftägige Aufenthalt in Queenstown inklusive Bungee-Sprungs, Wanderung auf den Berg Ben Lomond (1.800m Höhe) und Mountain-Bike Tour entlang der Küste von Queenstown. Nach dem Monat auf der Süd-Küste Neu-Seelands ging es für mich – über Sydney – zurück nach Deutschland.

Mirror Lakes (zwischen Te Anau und Milford Sound)
Mirror Lakes (zwischen Te Anau und Milford Sound)

Fazit

 

Alles in Allem habe ich mein Gap-Year in Australien in keinster Weise bereut. Ich habe einmalige Erfahrungen gemacht, Freunde aus aller Welt und Kulturen dazu-gewonnen, im Ausland gearbeitet und dabei mein Englisch signifikant verbessert. Ich würde jederzeit allen interessierten Reisenden empfehlen den Schritt ins Ausland zu wagen, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Gut vier Jahre nach meinem Abenteuer Ausland blicke ich noch oft auf die überragende Zeit in Australien zurück.

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