G’day Australia – Mein Weg nach Australien

21. Februar 2020 von
Foto von Lena Kunde
Lena Kunde  ◦  368 Mal angeschaut  ◦  4 Minuten Lesezeit
Lena in Australien

Mein Auslandsabenteuer begann in 2016. Ich hatte grade mein Abitur beendet, war knapp 18 Jahre alt und stand nun vor einer Vielzahl von Möglichkeiten: studieren gehen, eine Ausbildung starten oder doch erstmal ins Ausland? Wenn ich ehrlich bin, war ich ziemlich überfordert und wusste eine Zeit lang nicht ganz, wo mir der Kopf steht und wie ich nun am Besten eine Entscheidung treffen sollte. Ich merkte aber ziemlich schnell, dass es nicht nur mir so ging, sondern dass auch viele meiner Freunde sich dieselben Gedanken machten. Eines Abends fasten eine Freundin und ich dann kurzerhand den Entschluss ins Ausland zu gehen. Wir wollten reisen, die Welt entdecken und einfach für ein paar Monate das graue, trübe Deutschland verlassen!

Australien schien hierfür eine gute Möglichkeit zu sein, denn es garantierte uns Sonne, Sommer, Strand und Meer. Ehe wir uns versahen hingen wir in der Planung für unseren Auslandsaufenthalt und was soll ich euch sagen, es war ziemlich chaotisch. Wo soll man mit der Planung starten in einem Land, das so groß ist wie halb Europa? Wir verglichen Flugpreise, informierten uns über Visa Prozesse und mögliche Jobs, die wir in Australien annehmen könnten. Eine Organisation, die uns mit Rat und Tat zur Seite steht, hatten wir damals leider nicht. 

Nach einigen Monaten intensiver Planung war es nun endlich soweit und wir konnten es kaum erwarten. Ich war auf dem Weg zum Hamburger Flughafen und es waren nur noch wenige Stunden bis zum großen Abflug. Langsam merkte ich, wie ich trotz der überwältigen Vorfreude ein wenig Angst bekam. Ich fragte mich, wie die Zeit nur sein würde, ob meine Englischkenntnisse ausreichen würden und ob ich mich komplett verrannt hatte in der Idee ins Ausland zu gehen. In diesen Momenten war ich sehr froh zu wissen, dass ich nicht alleine unterwegs sein würde und das vor mir schon tausende Leute das Abenteuer Ausland gewagt und geliebt haben. 23 Stunden später kamen wir mit einem totalen Jetlag in Melbourne an und eine unvergessliche Zeit sollte beginnen. 

Lena mit Känguruu

Meine anfänglichen Zweifel wurden glücklicherweise in kürzester Zeit komplett vernichtet. Jeder Tag war mit tollen Aktivitäten gefüllt, von Trips in National Parks bis zum Pinguine beobachten, und innerhalb weniger Tage konnte ich viele internationale Bekanntschaften schließen. Mit einigen bin ich sogar spontan für 2-Wochen nach Tasmanien gereist. An eher entspannten Tagen ging es dann entweder zum Strand oder in die lebhafte Innenstadt, in welcher tagtäglich mehrere Straßenkünstler, Musiker und Artisten aufgetreten sind – es gab einfach immer etwas zu erleben und natürlich sah ich in dieser Zeit auch die ersten frei-lebenden Kängurus. Neben der unfassbaren Natur sind mir von dieser Zeit besonders die inter kulturellen Freundschaften im Gedächtnis geblieben und durch diese Freundschaften, war es auch einfacher schwierige Zeiten zu bewältigen, wie z.B. Heimweh-Phasen oder andere Rückschläge. 

 

Einige Wochen und Roadtrips später kam ich allerdings zum Entschluss, dass ich im Ausland arbeiten wollte. Ich hatte erstmal genug von dem ungezwungenen Leben, dem Reisen und dem Hostel-Leben und sehnte mich nach ein bisschen mehr Routine in meinem Auslandsaufenthalt. Also begann ich die Jobsuche, was sich so ganz ohne Organisation als relativ schwierig herausstellte. Mein Weg zum Auslandsjob war holprig: ich habe auf vielen verschiedenen Plattformen geschaut aber hatte Schwierigkeiten seriöse Jobangebote zu finden was mich nach meinem Reise-Hoch knallhart auf den Boden der Tatsachen brachte. Nach einigen Wochen deprimierender Suche bin ich schlussendlich fündig geworden und ich sollte als Au-Pair für eine Familie mit zwei Kindern in Melbourne arbeiten. Wenige Tage später zog ich auch direkt ein und ich konnte mich schnell einleben und wurde Teil der Familie, was ein tolles Gefühl war. Auch sprachlich konnte ich mich auch schnell weiterentwickeln. 

Lena Strand

Durch verschiedene Facebook-Gruppen lernte ich dann auch andere Au-Pairs aus dem Umkreis kennen und ich fühlte mich immer wohler in meiner neuen Rolle als Au-Pair. Ein Tipp, dem ich jedem mitgeben würde der sich ins Ausland begibt ist, sich mit Gleichgesinnten sprich Kollegen, oder in meinem Falle mit anderen Au-Pairs, auszutauschen, da sie ähnliche Erfahrungen wie du sammeln und ihr euch gegenseitig unterstützen könnt. Manchmal können Kollegen dich einfach besser verstehen, als Freunde aus der Heimat darum ist es wichtig, sich vor Ort ein Netzwerk aufzubauen!

 

Nachdem ich meine Arbeit als Au-Pair in Melbourne beendet hatte, habe ich noch knapp 2 Monaten Zeit gehabt, um zu reisen. Ich bin die Ostküste von Cairns bis nach Sydney alleine herunter gereist, habe einen unvergesslichen Segel-Trip zum Whitehaven Beach unternommen, bin im Great Barrier Reef geschnorchelt, habe wochenlang in einem Camper gelebt und einfach das Leben genossen. Dies sind unvergessliche Momente! So sehr ich meine Arbeit als Au-Pair genossen haben, so sehr habe ich auch die Freiheit des Reisens genossen. Ich würde jedem empfehlen, sich während seines Jobs im Ausland auch die Zeit zu nehmen, die Schönheit des Landes zu erkunden und die Kultur wirklich kennenzulernen. 

Auch knapp vier Jahre später erinnere ich mich noch gerne an die tolle Zeit in Australien zurück und ich kann wirklich sagen, dass ich Erfahrungen fürs Leben gesammelt habe. Auch wenn die Entscheidung ins Ausland zu gehen quasi über Nacht kam und es nicht nur schöne Tage gab, ist es eine Zeit, auf die ich voller Freude und Stolz zurückblicke! 


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