Der Traum von "die große weite Welt sehen"

4 Mai 2018 von
Foto von Daria Butterer
Daria Butterer  ◦  1321 Mal angeschaut  ◦  4 Minuten Lesezeit

Wir machten Asien und Australien zu unserem Spielplatz und verwirklichten Träume die Jahre zuvor nur an Pinnwänden markiert waren

Schon als Jugendliche hat es mich immer in die Ferne gezogen. “Die große weite Welt sehen” - das war mein Ziel für mein späteres Berufsleben. Nach dem Abitur im schönen Schwarzwald, packte ich meine Koffer und zog für ein Jahr nach London um dort als Au pair zu arbeiten und um heraus zu finden was ich eigentlich nach all den Schuljahren beruflich erreichen möchte. Durch Zufall stieß ich auf die Stenden University in Leeuwarden, an der ich im September 2011 mein Tourism Management Studium begann. Die beste Entscheidung meines Lebens wie sich bald herausstellen sollte.
Mit Stolz kann ich behaupten das meine Studienzeit zu einer der wertvollsten Erfahrungen zählt. Ich schließ Freundschaften die hoffentlich ein Leben lang halten, auch trotz der immensen Entfernung, und hatte das Glück unter Gleichgesinnten zu wachsen und mich weiter zu entwickeln. Stenden gab mir die Möglichkeit meinen Reisedrang Hand in Hand mit meinem Studium zu fördern. So fiel es mir nicht schwer mich für ein Auslandssemester in Bali und Bangkok zu entscheiden.
Im Januar 2014 sollte meine bis dahin größte Reise beginnen. Wer mich gut kennt weiß das ich das Leben auf der Überholspur liebe und so beschloss ich mit meiner guten Freundin Xenia aus unserem Studientrip ein Abenteuer zu machen. Wir ließen den ganz normalen Alltag zu Hause und flogen auf die Philippinen. Von dort aus ging es weiter nach Indonesien, wo wir unser Studium fort setzten mit der Spezialisierung in Event Management. Wer kann schon behaupten an einem der schönsten Orte der Welt zu studieren. Und so war es auch. Als wäre es gestern gewesen, denke ich zurück an unsere Rucksackreisen und die ständige Angst eine Uni Deadline zu verpassen. Wir machten Asien und Australien zu unserem Spielplatz und verwirklichten Träume die Jahre zuvor nur an Pinnwänden markiert waren. Kambodscha sollte unser Bindeglied zwischen unseren zwei Studienplätzen werden und manch einer war nicht überrascht das wir in Bangkok ganz ohne Gepäck ankamen. Auch in Thailand hinterließen wir unsere Fußspuren und konnten nach erfolgreich abgeschlossenen Semestern unser Studentenleben in Vietnam vollenden.
Schon vor meiner Reise wusste ich das ich mein Management Traineeship auf einem Kreuzfahrtschiff absolvieren werde. So zog ich im September 2014 erneut mit gepackten Koffern los um als Seefahrer umso mehr wunderbare Flecken dieser Welt zu sehen. Die Norwegian Jade sollte für 10 Monate mein neues zu Hause sein und mir bis dahin unentdeckte Orte im mediterranen Meer zeigen. Ich arbeitete als International Guest Service an Bord und musste schnell lernen das dass Warten auf ein Wochenende vergeblich bleiben wird. Doch auch hier hatte ich das Glück von herausragenden Persönlichkeiten umgeben zu sein, von denen ich heute noch viele als enge Freunde bezeichnen darf und die mir wertvolle Weichen für mein Berufsleben legten. Meine letzte Schiffstour sollte mich Ende 2015 nach Mexiko und Südamerika führen. Auch wenn nicht jeder Tag an Bord zu den Guten zählt, möchte ich keine der Erfahrungen missen.
Private Gründe zogen mich im August 2016 nach Neuseeland. Ein Land (Insel) das irgendwo in meinem Hinterkopf existierte aber es nie wirklich auf Platz 1 geschafft hat. - Falls es jemandem genauso geht, dann sollte man dies nochmal überdenken. Ich lebe und arbeite mittlerweile seit fast 2 Jahren in Auckland. Einfach war es ganz sicher nicht. Kiwis (Neuseeländer) sind schon ein spezielles Volk. Ganz besonders für uns Deutsche. Jobangebote flattern nicht einfach so daher und fordern an so manchen Tagen eine Willenskraft die mir Kopfschmerzen bereitet.
Seit Januar 2017 arbeite ich als Event Manager bei LittleWolf. Der Arbeitsalltag ist hart - besonders in der Hochsaison muss ich an die Worte meiner Eltern denken: Du kannst nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Mama du wärst überrascht wie viele ich an einem Samstag von meiner Liste streichen kann! Ich leite ein Team von vier Koordinatoren und je nach Veranstaltungsgröße bis zu 100 Angestellte um das absolut beste aus jeder einzelnen Veranstaltung zu machen. Von Hochzeiten über Samsung und Audi Markteinführungen, bis hin zu Scheidungsparties (die gibt es nicht nur in Amerika) kann ich zu meinen derzeitigen Events zählen. Kein Tag ist wie der andere. Neue Trends warten jederzeit um die Ecke. Ein Arbeitsalltag der mich täglich auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten treffen lässt. Ich denke jeder strebt dieses Ziel an, den einen Beruf zu finden bei dem du nie wieder arbeiten musst. Während 90% meiner “Arbeitszeit” kann ich das behaupten.
Zurückblickend bin ich schon sehr stolz. Ich musste einige Berge bezwingen um hier zu sein und ich möchte jeden Träumer darin bestärken das gleiche zu tun. Große Ziele lassen uns besser werden und höher greifen. Ungeliebte Berufe werden nichts als Kummer bringen. Manchmal muss man einfach losziehen - in die Ferne und das Ungewisse -mit der Angst es nicht zu schaffen, um am Ende sich selbst zu finden.